das "gefederte radfahren" in den letzten jahren wurde der abgebildete velotyp stark in den markt gedrückt. die velobranche, die dank dem mountain-bike-boom haarscharf am bankrott vorbeigeschlittert war, versuchte, aus dessen glamour auch im alltagsvelosektor profit zu schlagen. plötzlich mussten (fast) alle city-velos ums verrecken folgendermassen ausgestattet sein:
mit aluminiumrahmen. mit mechanischer federgabel. (oft) mit mechanischer vollfederung. kritisch hinterfragt wurde das nicht, auch die presse machte eifrig mit, wählte solche schweren ungtüme eifrig zum "velo des jahres" (was verständlich ist, sie halten ja gar nicht länger!) oder preist sie immer noch als besonders "rückenschonend". wenn man aber genauer nachmisst (die sporthochschule köln hat das gemacht), ist die bilanz ernüchternd: die abgebildete federgabel filtert auf kopsteinpflaster oder einem veloland-strässlein gerade mal lächerliche 5% der fahrbahnstösse, deshalb tun nach der velotour die handgelenke und der nacken genau gleich weh, wie beim herkömmlichen velo. bei besonders leichten fahrerInnen spricht so ein federungs-system kaum an. diese velos (oder deren produzenten) tun aber stets so, als würden wir endlich von den leiden des velofahrens erlöst, die konstruktion sieht geil und fachmännisch aus und kaum jemand wagt es, etwas dagegen zu sagen. das motto das hinter diesen konstruktionen steht, heisst: "klappern gehört zum handwerk", erst wird mit der werbung geklappert, dann klappert die ausgeleierte mechanik und am ende das ramponierte knochengestell der kunden!
das da ist vom "velo des jahres 1996" übrig geblieben. die herstellerfirma ist zum glück wieder zu ihrem kerngeschäft, der gefährdung unserer gesundheit durch raucherwaren zurückgekehrt und dem kunden ist gottseidank nichts ernsthaftes passiert. ein erfahrener schaffhauser sig-ingenieur über "sein" metall: "aluminium wird aus dreck gemacht und wird wieder zu dreck." ich habe mich oft gefragt, was die treibende kraft hinter dem aluminium-wahn ist, leichter als stahl lässt es sich nicht verbauen, besser auch nicht. zum beispiel halten in aluminium nicht mal die im velobau üblichen normgewinde m5 und m6. wenn man die schrauben mit dem für sichern sitz nötigen drehmoment festzieht, ist das gewinde im aluminiumrahmen zerstört. ich vermute, es ist die grosse werbefläche, die der üblicherweise grossvolumige aluminiumrahmen spazierenfährt (solange er hält...)
der bau von aluminium-citybikes mit mechanischen federgabeln und vollfederungssystemen ist zynisch:- man verwendet ein ungeeignetes und ökologisch blödsinniges rahmen-material.
- man verkauft uns untaugliche federungstechnik.

eine komfortable und vernünftige alternative zum alu-velo mit klapper-federung ist das balloonbike.
in diesen bemerkungen ging es ausschliesslich um sinn und unsinn mechanischer federungen an citybikes, völlig anders liegen die probleme bei:- mountainbikes: da sucht der held das grobe gelände mit hoher geschwindigkeit heim und braucht eine federung.
- liegevelos: da braucht es mechanische federung als durchschlagschutz.
fazit? nicht jedes velo, das voller federn ist, ist voll gefedert! alle preise enthalten 8% mehrwertsteuer und können jederzeit ändern. service-arbeiten und reparaturen: das velowerk ist nur zuständig, für ihr velo, wenn sie es auch hier gekauft haben. |