das neue werx aus dem velowerk!
ein aluminium-faltvelo aus dem velowerk? die hintergründe eines paradigmenwechsels:
auslöser ist die trennung zwischen dahon und tern: ich habe mich aus verschiedenen gründen für tern entschieden und die bauen halt (noch) keine stahlvelos.
es gibt aber auch gewichtige technische gründe, die für aluminium sprechen:
da wir ein faltvelo bauen wollen, brauchen wir ein optimales faltgelenk, das mit allen auftretenden kräften problemlos fertig wird und im ernstfall reparierbar ist.
bei der analyse der dahon-stahl-gelenkprobleme die gelegentlich auftraten, hat sich gezeigt, dass ein schmiedeteil aus stahl nicht die beste lösung für so eine konstruktion ist: sieht zwar gut aus, muss aber aus gewichtsgründen so kompakt gebaut werden, dass die stabilität leidet. ausfälle waren sehr schmerzhaft: wegen banaler lagerbolzen-problemen musste immer gleich der ganze rahmen gewechselt werden. indiskutabel! wir hatten also die alternative: zurück zu den eigentlich soliden aber hässlichen stahlblech-stanzteilen oder weiter mit alu:

die wahl fiel auf alu weil dessen vorzüge überwogen und weil die industrie in den letzten jahren dessen handling stark verbessert hat und damit die qualität.
mittlerweile gibt es eine solide reparaturoption für die alten dahon-stahlrahmen.
das werx im detail:
hier das hauptrohr des tern-vorderrahmens:
grosszügig geformter querschnitt, durch hydroforming optimiert, genügend wandstärke.

auch bei den hinterbau-rohren ist das so: überall genügend wandstärke und vernünftig dimensionierte schweiss-verbindungen.
alle rahmen-testmuster haben die 100'000 lastwechsel auf den prüfmaschinen problemlos ausgehalten und als es dann langweilig wurde, hat man sie abgestellt.
industrielle tests ohne bruch zu überstehen, ist eine feine sache, es braucht aber für ein wirklich gutes alltags-und reisevelo noch wesentlich mehr: man muss sich das material in jeder nur erdenklichen situation vorstellen und es entsprechend gut (vor)behandeln. bei aluminium ist da ganz besonders wichtig der schutz vor lokal-elementen. diesen erreicht man durch mehrschichtige pulverbeschichtung, hohlraumsiegel und umsichtige materialwahl.
das neue faltgelenk
ein robustes ausgereiftes schmiedeteil aus aluminium, sorgfältig geplant und oft diskutiert, seit 2008 immer wieder verfeinert. auch details wie die aussenform im gefalteten zustand, die beim stahl-vorgänger einfach scharfkantig und fragil war ist hier so gestaltet, dass alle mechanischen teile immer gut geschützt sind und dass nie scharfe kanten herausragen. selbstverständlich sind alle teile auswechselbar. und der verschluss-hebel hat eine automatische sicherung gegen ungewolltes öffnen. tests während der ganzen letzten saison zeigten keine probleme.
die beiden gleitlager von igus sind baugleich mit jenen, die in der automobil-industrie für achsschenkel-bolzen verwendet werden, aus speziellem kunststoff, der die metallteile galvanisch entkoppelt und so die bildung von lokal-elementen verhindert. (andere verwenden da teflon-beschichtete weissblech-hülsen).
der neue falt-vorbau
gabel-schonend: standard-ahead-klemmung mit ausreichend rohrlänge und doppel-verschraubung. identisches innenleben wie beim faltgelenk, gleiches lager, gleiche bolzen. robust, fliessende formen, im ernstfall auswechselbar. tests während der ganzen letzten saison zeigten keine probleme.
auch beim neuen werx werden verschiedene vorbaulängen und winkel erhältlich sein , auch verschiedene lenker-klemmungen. so können wir die sitzposition für dich optimieren.
die verbindung zwischen vorbau und gabelschaft-rohr
gabelschaft-rohre sind eines der heikelsten teile am velo und da müssen wir wirklich ALLES tun, damit die konstruktion sicher ist, gerade bei einem velo mit scheibenbremsen, das zudem für hohe zuladung ausgelegt ist.
standard-velo-ingenieurs-kunst würde bei so einer konstruktion ohne weiter nachzudenken zur ahead-kralle greifen, die sich im mountainbike-bereich wirklich bewährt hat. beim werx ist das nicht so einfach, da haben wir locker den dreifachen abstand zwischen lenker und rahmen und damit ziemlich grosse kräfte, die daran gehindert werden müssen, das velo zu gefährden.
deshalb habe ich zusätzliche sicherheits-elemente eingebaut:
- einen zuganker, der die kräfte in die robuste gabelschaft-krone ableitet und gleichzeitig als strebenlose schutzblech-aufhängung dient.
- ein asymmetrisches füllstück, es verhindert ringbrüche indem es das rohr von innen gegen deformation durch die klemmkräfte schützt. gabelschaft-rohre brechen nämlich immer ringförmig und meistens als folge von blödsinnigen konstruktionen
hier eine kleine horror-galerie mit konstruktions-bedingten gabelbrüchen, es sind immer ringbrüche:
die gabel
die bleibt aus bewährtem crmo-stahl, ganz egal, was da sonst mode ist, sie hat ein paar brauchbare eigenschaften und funktionen, gereift in 10 jahren alltags- und reise- erfahrung.:
die geometrie:
- ich baue meine gabeln immer so, dass standard 100 mm-naben hineinpassen.
- winkel und vorbiegung wähle ich so, dass wir freihändig fahren können.
die innenausstattung:
- innen-liegende stromführung vom nabendynamo zum kabelbaum
- integrierte verschraubung für den lowrider tubus duo.
und ein wichtiges sicherheits-feature:
wenn beim abgebildeten velo der schnellspanner offen ist und du bremst, fliegt das vorderrad antlang der roten linie aus dem velo. der scheibenbrems-belag wird zum virtuellen drehpunkt des rades. deshalb müssen die gabel-ausfall-enden nach VORNE zeigen, sieht zwar blöd aus aber kann leben retten, weil das rad in jedem fall im velo bleibt.
der rahmen des werx ist aussergewöhnlich steif und stabil:
rahmen und gabel haben die bewährte geometrie des speed werx. der hinterbau hat eine ganz normale velo-länge: 440 mm, das sorgt für wunderbaren geradeauslauf und selbstverständlich kann man damit auch freihändig fahren. es gibt ausreichend fersenfreiheit zu packtaschen und körben.
die beiden ausfallenden sind stabil dank harmonischer formen, diese ausfallenden können alles! von alfine bis rohloff, ja sogar kettenschaltung (wenn's sein muss). bei ernsthaft genutzten velos (das sind die mit reise- oder alltags-gepäck) gehören seitenständer hinten an's ausfallende, es passen beide gängigen standards (18 mm / 40 mm) auch anhängerkupplungen lassen sich leicht montieren, zb. weber und radical, auch anlöter für rahmenfeste schlösser sind gesetzt.
die rahmenrohre: hydroformed! (wie das geht, steht hier) die ausformungen dienen als verstärkungsrippen. der hinterbau fängt bereits beim faltgelenk an: das sitzrohr wird nicht mehr - wie bisher üblich - vorne oben stumpf angeschweisst, es wird in eine robuste dreieckskonstruktion integriert. diese kunst, rohre dreidimensional zu führen, hat sich schon länger im tretlagerbereich bewährt.
cablerouting
das velowerk hat für das neue werx ein völlig neues cable-routing entwickelt, das die leidigen konflikte mit frontgepäck eliminiert und auch die heiklen anschlüsse der kabel an den bedienungselementen wirksam schont:
der kabelbaum wird anstatt in einem grossen bogen vor dem vorbau zu verlaufen, in einer sanften s-kurve von hinten zum lenker geführt. dabei werden die kabel einmal an einem kreuzungspunkt bei den bremsgriffen und einmal dort wo sie den vorbau kreuzen mechanisch geführt.
ich war wirklich schockiert, dass so etwas einfaches und wirksames mehrere jahre gebraucht hat, um mir in den sinn zu kommen. aber jetzt ist es ja da und alles gut! wahrscheinlich wird dieses verkabelungskonzept aus dem velowerk auch von tern für die standard-produktion übernommen werden.
vielleicht sind velos halt auch so eine art zen-garten, der täglich in ruhe gepflegt werden will. diese ruhe - die in der hektik unseres alltags zu kurz kommt - ist es nämlich, die uns solche glücksmomente des velobaus beschert.
© copyright velowerk t. lösch, wer dieses konzept industriell oder gewerblich nachbaut, hat mit den üblichen konsequenzen zu rechnen.

+41’76'427’66’54




